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Einleitung:
Was ist der Mensch? Wo kommt er her? Wie soll er sich verhalten, damit er mit seinen Mitmenschen und der natürlichen Umwelt in Frieden und zufrieden leben kann? Diese Fragen sind fast so alt wie die Menschheit selbst. Es gibt viele Theorien, die sich bemühen, die vorgenannten Fragen zu beantworten. Aber es gibt zweifellos noch mehr Menschen, denen die bekannten Lösungsmöglichkeiten unzureichend sind. Mit das gängigste Erklärungsprinzip lautet (obwohl es mit den Forschungsergebnissen der Anthropologie nicht mehr in Einklang zu bringen ist), grob skizziert, folgendermaßen: Die ersten Menschen entstanden während der Eiszeiten. Sie lebten in kleinen Gemeinschaften, in denen das Faustrecht herrschte. Mit Fellen bekleidet und mit Keulen bewaffnet kämpften sie, in einer für sie unfreundlichen Umwelt, ums Überleben. Sie lebten von Beeren und Früchten, doch vorwiegend verzehrten sie das Fleisch erbeuteter Tiere. Da diese Australopithecinen, Neandertaler oder Cro-Magnon-Typen enorme geistige Fähigkeiten besaßen, erzielten sie geistige Fortschritte und die humane Entwicklung begann. Die Menschen stellten Werkzeuge her und konnten so ihre Lebensbedingungen immer mehr verbessern. Sie schlossen sich zu größeren Gemeinschaften zusammen und bildeten schließlich Staaten, in denen das Faustrecht durch das Gesetz abgelöst wurde. Immer mehr Gesetze, die nun das Miteinander der Menschen regelten, sorgten dafür, dass auch auf moralischem Gebiet Fortschritte erzielt wurden. Durch Arbeitsteilung und technischen Fortschritt von schwerer körperlicher Arbeit befreit und durch Gesetz und Religion zu höchster Moralität verpflichtet, müssten die Menschen demnach heute angstfrei, glücklich und zufrieden leben. Vergleicht man nun das, was der so gesehenen humanen Entwicklung zufolge eintreten musste mit dem, was eingetreten ist, so kann man ohne Mühe feststellen, dass die Realität nicht das ist, was sie nach den theoretischen Voraussetzungen eigentlich hätte sein müssen. Hunger und Elend, Krieg und Aggressivität, Störung des ökologischen Gleichgewichts und viele andere Missstände mehr zeigen, dass der Zustand der modernen Zivilisation keinesfalls zufriedenstellend ist. Und es sieht nicht so aus, als ob die Menschheit auf dem besten Wege wäre, mit den Schwierigkeiten fertig zu werden, mit denen sie sich konfrontiert sieht. Im Gegenteil, wenn man die Studien des „Club of Rome" oder „Global 2000" liest, gewinnt man den Eindruck, als ob die Gesellschaft mit ihrem Fortschritt in eine Sackgasse geraten ist und sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf deren Ende zu bewegt. Die einfachste Art, die Missstände in der Welt zu erklären, besteht zweifellos darin, irgend einen Menschen oder eine ganze Gruppe für alle Übel verantwortlich zu machen. Es können auch dunkle Triebe oder böse außerirdische Mächte sein, die das Leid in der Welt verursachen. An Schuldzuweisungen hat es in der kulturellen Entwicklung nie gefehlt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die theoretischen Voraussetzungen, auf die der Mensch Kultur und Zivilisation gegründet hat, falsch sind. Wahrscheinlich ist, dass der zivilisierte Mensch bei der Beurteilung seiner selbst und seiner Geschichte immer wieder gravierende Fehler macht, die zwangsläufig unvernünftige Handlungen zur Folge haben. Vorliegende Arbeit ist eine Theorie, die dem Ziel dient, ein Bild vom Menschen und seiner Geschichte zu entwerfen, das klarer und einfacher und daher sinnvoller ist, als die bisher bekannten Erklärungsprinzipien. Mit dieser Theorie sollte es möglich sein, die Gegenwart besser zu verstehen. Beim Aufbau des Systems wurde auf die Evolutionstheorie zurückgegriffen. Auf dunkle Mächte, Triebe und andere verschwommene Begriffe konnte verzichtet werden. Bei dem Bemühen, ein neues Bild vom Menschen zu bekommen, ist es unumgänglich, die Spur des Menschen bis zu ihrem Anfang hin zu verfolgen, um dort die Lösung für das Rätsel Mensch zu finden.
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